Tinnumer Schützenfest: Team Sylt D1 überrollt Hattstedt mit 15-Tore-Gala

Tinnumer Schützenfest: Team Sylt D1 überrollt Hattstedt mit 15-Tore-Gala

Manchmal gibt es Tage auf dem Tinnumer Kunstrasen, da möchte man als Gegner eigentlich schon nach dem Warmmachen wieder in den Mannschaftsbus steigen. Die D1 von Team Sylt hat am Wochenende eindrucksvoll unterstrichen, dass sie derzeit in einer eigenen Liga spielt. Wer glaubte, das 15:1 gegen den TSV Hattstedt sei ein Tippfehler in der Ergebnisliste, sah sich eines Besseren belehrt: Es war eine Machtdemonstration in Kurzform, garniert mit einer Prise Hollywood-Dramatik zum Abgang eines Offensivjuwels.

Natascha Dänner

in Sturm, der keine Gefangenen macht

Das Spiel war quasi entschieden, bevor die Zuschauer ihren ersten Schluck Kaffee getrunken hatten. Ida Marit Burkardt (1.) eröffnete den Torreigen bereits in der ersten Spielminute. Dass dies kein Zufall war, bewies Davin Noah Wright (3.) nur 120 Sekunden später mit einem fulminanten Distanzschuss zum 2:0. Hattstedt wirkte in der Folgezeit wie ein Kaninchen vor der Sylter Tor-Schlange.

Die Tormaschine der Insulaner lief nun auf Hochtouren: Max „Uwe“ Thiemann Trappmann (16.) erhöhte auf 3:0, bevor Hannes Ulrich mit einem gnadenlosen Doppelschlag (20., 22.) den Zwischenstand auf 5:0 schraubte. Ben Milow Braun (25.) machte das halbe Dutzend voll, und auch wenn Hattstedt kurz darauf den Ehrentreffer zum 6:1 erzielte, stellte Jimmy Kohl (27.) noch vor dem Pausenpfiff den alten Abstand zum 7:1 wieder her.

Zweistelligkeit und der perfekte Abschied

Nach dem Seitenwechsel dachte Team Sylt gar nicht daran, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Hannes Ulrich krönte seine überragende Leistung mit zwei weiteren Treffern (35., 46.), während sich auch Lennart Wolf Kress (38.) in die Schützenliste eintrug. Damit war die Zehn-Tore-Marke geknackt. Doch das Beste hob sich die Mannschaft für das furiose Finale auf.

Max Thiemann Trappmann sicherte sich mit zwei weiteren Buden (56., 58.) seinen persönlichen Dreierpack. Doch die Geschichte des Tages schrieb ein anderer: Mats Liam Racin Köhler. Für das Sturmtalent war es der letzte Auftritt im Sylter Dress, bevor er künftig für Frisia Lindholm auf Torejagd geht. Und wie verabschiedet man sich stilvoller als mit einem lupenreinen Hattrick in der Schlussphase? Nach seinen Treffern in der 49. und 50. Minute schlug die Uhr bereits die letzte Sekunde, als er in der 60. Spielminute zum 15:1-Endstand einnetzte. Ein Abgang mit Ansage, der zeigt, dass dieses Team nicht nur fußballerische Klasse, sondern auch ein Gespür für den großen Moment besitzt.