Wer behauptet, Kreisklassen-Fußball auf dem Festland sei eine geruhsame Angelegenheit für Samstagnachmittag-Ausflügler, wurde in Ladelund eines Besseren belehrt. In einer Partie, die eigentlich schon vor dem Pausenpfiff hätte entschieden sein müssen, manövrierte sich Team Sylt erst in die Bredouille, um dann mit der Brechstange und einer ordentlichen Portion Moral als Sieger vom Platz zu gehen. Dass Trainer Rüdiger Mikolassek im Vorfeld überhaupt elf spielfähige Akteure zusammenkratzen konnte, grenzte bereits an ein kleines logistisches Wunder – das Ergebnis am Ende an eine emotionale Achterbahnfahrt.
Zwischen Torrausch und Tiefschlaf
Der Start in die Begegnung gegen die SG Leck/Achtrup/Ladelund III (LAL) glich einer Machtdemonstration. Die Gäste von der Insel zeigten sich hellwach und spielfreudig. Allen voran Mahdi Ahmadi, der mit einem frühen Doppelpack (12. & 21. Minute) die Weichen scheinbar uneinholbar auf Sieg stellte. Wer zu diesem Zeitpunkt auf die Anzeigetafel blickte, sah ein dominantes Team Sylt, das die Gastgeber phasenweise vorführte. Ein 5:0 zur Halbzeit wäre laut Trainergespann leistungsgerecht gewesen – doch der Fußballgott liebt bekanntlich das Drama.
Nach dem Seitenwechsel schien der Fokus der Insulaner irgendwo in der Kabine geblieben zu sein. Mit einer Passivität, die fast schon an Arbeitsverweigerung grenzte, ließ man die Hausherren zurück ins Spiel. Die SG LAL bedankte sich artig, glich nicht nur aus, sondern drehte die Partie komplett auf 3:2. Plötzlich drohte die sicher geglaubte Beute im nordfriesischen Hinterland zu versickern.
Alles auf eine Karte: Wenn Risiko belohnt wird
In der 70. Spielminute zog Mikolassek die Reißleine. Die Anweisung: „High Risk“. Es war das sportliche Äquivalent dazu, beim Roulette alles auf Rot zu setzen, während die Kugel schon rollt. Angetrieben von einem unermüdlichen Randy Osei Bonsu, der nun das Mittelfeld förmlich umpflügte, riss Team Sylt das Heft wieder an sich. Der Lohn der Mühen: Osei Bonsu markierte in der 78. Minute den Ausgleich zum 3:3.
Doch ein Punkt war den Syltern an diesem Tag nicht genug. In einer Schlussoffensive, die die Gastgeber tief in die eigene Hälfte drückte, krönte erneut Mahdi Ahmadi (86.) seine Leistung mit dem 4:3-Siegtreffer. Dass er sich beim Jubel das Trikot vom Leib riss und dafür den gelben Karton sah, dürfte in der anschließenden Siegesfeier im Mannschaftsbus nur noch eine Randnotiz wert gewesen sein.
Ein Kader der Generationen
Besonders bemerkenswert: Der Sieg wurde durch eine personelle Mischung erzielt, die so nur der Amateurfußball schreibt. Zwischen den Pfosten bewies der 50-jährige Torwarttrainer Marco Krah, dass Reaktionsvermögen kein Verfallsdatum kennt. Flankiert wurde der Routinier von den beiden 18-jährigen Laufwundern Laurenz Ingmar Stach und Anton Felix Borkenhagen, die auf den Außenbahnen Kilometer schrubbten, als gäbe es kein Morgen.
Mit 22 Punkten bleibt Team Sylt dem Spitzenreiter aus Eggebek dicht auf den Fersen. Am kommenden Freitag in Viöl muss die Konzentration nun über volle 90 Minuten gehalten werden – denn auf Dauer ist „High Risk“ zwar gut für den Blutdruck der Zuschauer, aber Gift für die Trainerhaare.
Die großen Ws zum Spiel
| WAS | WANN | WER |
| Spektakulärer 4:3-Auswärtssieg (Kreisklasse) | Samstag, 07.03.2026 | Torschützen: M. Ahmadi (12., 21., 86.), R. Osei Bonsu (78.) |
Soll ich für Sie prüfen, wie sich der TSV Eintracht Eggebek II am Wochenende geschlagen hat, um die Chancen auf die Tabellenführung exakter zu berechnen?
